Für Steuer-Cracks, Gesetzes-Blicker und Kunden-Flüsterer – Die hohe Kunst der betrieblichen Altersversorgung

Wer im Generali Team der bAV anheuern will, braucht einen guten Spürsinn – im Gesetzes-Dschungel, für Finanzierungs-Architektur und Kunden-Bedürfnisse

Bei der Frankfurter Skyline denken Börsianer an den DAX und Generali Löwen an die bAV. Denn der Frankfurter Generali Standort ist Schaltzentrale für die betriebliche Altersversorgung. Zwischenzeitlich aus der Mode gekommen, hat das Konzept der Vorsorge nicht erst mit der Corona Krise wieder Konjunktur. Dass Vorsorge besser, nachhaltiger und günstiger als Nachsorge ist, steht außer Frage. Nur am Wie scheiden sich die Geister. Aber auch hier gilt: Gemeinsam stärker – vor allem wenn der Arbeitgeber mitmacht. Worauf es dabei ankommt, weiß Michael Reinelt, der vor über 25 Jahren als Azubi anfing und heute die Generali bAV leitet.

Für den Laien klingt „betriebliche Altersversorgung“ ja fast wie aus einer vergangenen Zeit. Wenn ein Teenie fragt, warum man heute noch eine bAV braucht, was sagst Du dann?
Wie Windkraft auf den Klimawandel, ist die betriebliche Altersversorgung eine Antwort auf den demografischen Wandel. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Das stellt zum einen unser bisheriges Rentensystem vor enorme Herausforderungen und genauso auch jeden einzelnen. Wer länger arbeitet, hat statistisch gesehen auch ein größeres Risiko berufsunfähig zu werden. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Staat in Zukunft keine ausreichenden Renten oder echte Unterstützung bei einer Berufsunfähigkeit bieten kann. Die Menschen müssen also selber mehr vorsorgen. Aber eine rein private Vorsorge können sich nicht alle leisten. Gemeinsam stärker gilt auch hier. Und genau das ist das Prinzip der bAV. Hier beteiligt sich der Arbeitgeber an der Vorsorge und kann selbst davon profitieren.

Wie genau sieht denn das Prinzip der betrieblichen Altersversorgung aus?
Die Idee der bAV ist, dass Arbeitgeber – egal ob ein großes Unternehmen wie Airbus oder der Bäcker nebenan – ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, ein Vermögen zu günstigen Konditionen aufzubauen, was sie dann im Alter oder Ernstfall als Absicherung nutzen können. Konkret über steuerliche Vergünstigungen oder als Teil des Gehalts. Wenn ein Unternehmen eine bAV anbietet, steigert das natürlich enorm die Arbeitgeber-Attraktivität. Und weil der Staat sich in diesem Feld immer mehr zurückzieht und die Menschen sich hier nach mehr Sicherheit sehnen, steigt die Nachfrage nach einer nachhaltigen bAV. Diesen Trend beobachten wir schon seit ein paar Jahren. Was ja auch unsere diesjährige Studie „bAV im Mittelstand“ wieder deutlich gezeigt hat.

Was genau umfasst denn alles eine betriebliche Altersversorgung?
Bei der bAV geht es nicht nur um die sogenannte „Altersleistung“, also Zahlungen nach dem Renteneintritt. Die bAV umfasst ebenfalls die Absicherung für zwei Worst Case Szenarien: Tod und Invalidität, also Berufsunfähigkeit. Ganz klar unschöne Szenarien, an die keiner gerne denkt und wofür die wenigsten konkrete Vorkehrungen treffen. Schon gar nicht Jüngere, wie die Umfragen zeigen. Dabei ist das so wichtig!
Die Vorsorge für einen beschaulichen Lebensabend kann man lange vor sich herschieben, ohne dass es akut brenzlig wird. Aber die Berufsunfähigkeit kann Dich, wenn es ganz blöd kommt, einfach von jetzt auf gleich erwischen. Und dann macht es einen riesen Unterschied, ob Du vorgesorgt hast oder nicht. Ob Du dann nämlich die nötige Therapie zahlen, in Deiner Wohnung bleiben oder eine unverzichtbare Pflegekraft engagieren kannst. Ähnlich verhält es sich mit dem Todesfall – vor allem für jene, die Verantwortung für andere tragen. Was viele übersehen: Eine Hinterbliebenenrente vom Staat gibt es quasi nicht mehr. Und wenn in ganz wenigen Fällen doch, dann nur unter nur ganz bestimmten Voraussetzungen und so, dass es zum Leben nicht ausreicht.

Damit die bAV im Ernstfall und im Alter auch das halten kann, was sie verspricht – worauf kommt es da an?
Ein gute bAV einzurichten, ist sehr komplex. Neben der reinen Versicherung kommt es hier auf das Zusammenspiel vieler Komponenten an – von Finanzierungsmechanismen, Treuhandmodellen, Regularien, Betriebsräten und vielem mehr. Wie bei jeder Versicherung muss der bAV Anbieter gut wirtschaften und darüber hinaus sehr flexibel sein. Ein bAV Vertrag wird ja für viele Jahre aufgesetzt und „lebt“, wie wir sagen. Denn die Rahmenbedingungen werden von Dritten gemacht – vom Gesetzgeber, Arbeitgeber oder Gewerkschaften – und können sich ständig ändern. Darauf musst Du sofort reagieren können und die Verträge öfter mal anpassen. Als bAV Anbieter brauchst Du außerdem eine breite Range an Zahlungsmodellen und Leistungen. Denn so unterschiedlich wie die Unternehmen, ihre Vergütungspakete und Kulturen sind, so unterschiedlich sind die bAV Lösungen, die wir bei der Generali für diese Unternehmen entwickeln. Eine bAV gibt es eben nicht von der Stange. Für jedes Unternehmen brauchst Du eine individuelle Lösung und dafür musst Du ganz genau hinschauen, was dieses Unternehmen für seine Mitarbeiter will und braucht.

Individuelle Lösungen für jeden Kunden – was heißt das für die bAV Mannschaft der Generali?
Wer zu uns in die Mannschaft will, muss kreativ sein und sollte sich nicht nur in puncto Versicherungen auskennen, sondern auch in Sachen Arbeits- und Steuerrecht. Unsere Teams müssen sich immer up to date halten und gehen entsprechend regelmäßig auf Fort- und Weiterbildungen. Empathie für unsere Kunden wird natürlich auch bei uns in der bAV groß geschrieben. Schließlich sind die Kolleginnen und Kollegen aus dem Kundenservice die ersten Ansprechpartner für unsere Kunden. Sie müssen sich also in allen Bereichen sehr gut auskennen. Der Service bei der bAV ist recht administrativ und je nach Kunde gerne mal sehr komplex. Da brauchst Du jemanden mit feinen Antennen, gutem Durchblick und schneller Auffassungsgabe. Und hier die richtigen Menschen einzusetzen und zu unterstützen – genau das ist unser Erfolgsrezept.

Du leitest ja die bAV der Generali. Arbeitest Du dann auch direkt am Kunden?
Auch. Aber vor allem muss ich das, was uns heute beschäftigt, und das, was morgen auf uns zukommt, im Blick haben. Ich muss dafür sorgen, dass die Kollegen all das haben, was sie brauchen, damit unsere gesamte Wertschöpfungskette – also vom Vertrieb bis zur Leistungsregulierung und Neukundenakquise – reibungslos funktioniert. Genauso wichtig ist es, voraus zu denken und eventuelle politische oder rechtliche Veränderungen ganz genau zu verfolgen, damit wir, wenn diese greifen, schnell reagieren und somit unseren Kunden stets zeitgemäße Lösungen bieten, die in den aktuellen Rahmenbedingungen auch optimal funktionieren.

Gestartet hast Du damals als Azubi. Was würdest Du heute Schülern empfehlen – eine Ausbildung oder ein Studium?
Ich habe damals die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen hier in Frankfurt gemacht. Und genauso würde ich es heute wieder tun 🙂 Für mich war der Praxisbezug und das Geschäft von der Pieke auf zu lernen, elementar. So kann ich heute das, was ich als Manager verantworte, viel konkreter nachvollziehen. Praktische Einblicke waren mir wichtig für meine persönliche Entwicklung, von denen ich später auf Manager-Ebene auch immer profitiert habe. Und solche Einblicke bekommt man in der Ausbildung oder auch bei uns im dualen Studium 😉

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Am Karriere-Start bei der Generali interessiert oder an mehr Praxis zur Theorie in Studium oder Ausbildung? Hier geht’s zu den Möglichkeiten bei der Generali www.generali.de/karriere/schueler/

Text: Susanne Gehrke