Aufschlauen mit der Schwarm-Intelligenz: Auf dem HR Campus mit und von Kollegen lernen

„Warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht?“ ist nicht nur der Titel der jüngsten Session mit Patrick Turra zum Erstellen von Präsentationen, sondern auch das ungeschriebene Motto vom Generali HR Campus. Die Idee dieser regelmäßigen Learning Sessions von Kollegen für Kollegen ist, das ungeheure Wissen, das in den vielen Köpfen der Generali HR Community steckt, zu teilen und so besser zu nutzen. Direkt, einfach, kollegial.

Diesen Monat feiert der HR Campus seinen ersten Geburtstag. Zu diesem Anlass nimmt uns Personalentwicklerin Maria Stein, die von Anfang an den Campus betreut, mit hinter die Kulissen.

Was hat es mit dem Generali HR Campus auf sich?
Im Grunde ist der HR Campus eine Austausch-Plattform für unsere HR Communitiy, auf der sich alle Kollegen zu aktuellen HR Themen auf dem Laufenden halten und über den eigenen Tellerrand schauen können. Per Webkonferenz präsentieren Kolleginnen und Kollegen ein bestimmtes Thema, führen ganz praktisch ein nützliches Tool vor oder geben Einblick in die Werkstatt ihrer Projekte. So bleibt man fachlich und menschlich näher an den Kollegen und nimmt immer wieder was mit. Was sich übrigens auch schon vor Corona mehr als bewährt hat.

„Warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht?“ Unter diesem Motto gab es von Patrick Turra hilfreiche Tipps zur Erstellung knackiger Präsentationen, die funktionieren.

Und wie genau funktioniert das – werden die Kollegen reihum zu einer Präsentation „verdonnert“?
[lacht laut] Dann würden wir heute sicher keinen ersten Geburtstag feiern! Der HR Campus ist ein Format von Kollegen für Kollegen und lebt vom Engagement der Community. Jeder, der will, kann sich hier mit einem Thema einbringen, das er oder sie dann eigenverantwortlich per Webkonferenz präsentiert. Wir vom HR Campus Team fragen regelmäßig Themen ab und kümmern uns um ein abwechslungsreiches Programm, bei dem für alle HR Bereiche und jeden Gusto was dabei ist. Außerdem stellen wir mit dem Format den Referenten sozusagen das virtuelle Rednerpult zur Verfügung. Für die Präsentation, Einladung und Diskussion mit den Teilnehmern sind die Kollegen selbst verantwortlich. Das klappt prima. Bei den Webkonferenzen während der Arbeitszeit haben wir im Schnitt 80 Teilnehmer und auch jetzt, trotzt gut genutzter Netze, bleibt die Technik immer stabil.

Wie ist der HR Campus eigentlich entstanden, kam der mit der neuen Strategie Generali 2021?
Mit dem Zusammenwachsen der unterschiedlichen Konzerngesellschaften zu einem Unternehmen unter der Marke Generali kam bei uns in der HR Community, die mit rund 260 Kolleginnen und Kollegen ja auch recht groß ist, immer stärker der Wunsch nach Austausch auf. Wir alle sind Personaler aus Überzeugung, aber auch in unterschiedlichen Bereichen und an den unterschiedlichen Standorten in Deutschland unterwegs. Da ist es natürlich umso wichtiger, die Fäden immer wieder zusammenzubringen und sich z.B. darüber auszutauschen, wie die Kollegen in Köln, Hamburg oder einfach auch der Nachbarabteilung auf ein Thema blicken. Uns hat eigentlich nur das Format gefehlt.

Und woher kam dann der ausschlaggebende Impuls?
Von unserem Personalvorstand. Nach einer Präsentation zum Thema „agile Arbeitsweisen“ in der HR-Führungsmannschaft regte er an, den Input mit der gesamten HR Community zu teilen und zu prüfen, ob wir weitere Themen aufgreifen wollen. Wie wir das genau gestalten, konnten wir selbst entscheiden. Nach dem ersten Webinar war das Feedback der Kolleginnen und Kollegen klar: „Gerne mehr davon!“. So haben wir den HR Campus als festes Format für den regelmäßigen Austausch etabliert. Hier setzen wir Monat für Monat Schlaglichter zu strategisch wichtigen Projekten und teilen gezielt nützliches Wissen.

Und was hat die Organisation des HR Campus mit Deiner Arbeit in der Personalentwicklung zu tun?
Beschleunigt durch die Corona- und Home Office-Situation, aber auch schon davor, beschäftigt uns in der Personalentwicklung das „Neue Lernen“. Wir sind gerade intensiv dabei, unsere Lernlandschaft weiterzuentwickeln und auszubauen. Wie im HR Campus spielen dabei natürlich u.a. auch virtuelle Wissensimpulse und die Stärkung von Empowerment und Lernen in Communities eine wichtige Rolle. Ein anderer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Veränderungsbegleitung. Also Unterstützung dort, wo sich Bereiche, Zusammenarbeit oder die Unternehmenskultur verändern und weiterentwickeln. Hier ist es meine Aufgabe, Kollegen und Teams dabei zu unterstützen, sich in dem neuen Kontext zurechtzufinden und diesen mitzugestalten. Hier arbeite ich projektweise immer wieder in ganz neuen Bereichen des Unternehmens und lerne somit immer wieder neue Kollegen kennen. Dabei bin ich immer wieder baff, über wie viel und welch fundiertes Fach- und Praxiswissen die Generali verfügt! Und noch viel mehr darüber, wie viele tolle und engagierte Menschen hier arbeiten und welche Energie im Austausch entsteht. Und dass wir diese Energie nun regelmäßig mit dem HR Campus freisetzen können, freut mich als Personalentwicklerin mit Leib und Seele natürlich umso mehr 🙂

Wie sieht denn zukünftiges Lernen aus? Vorrangig virtuell wie beim aktuellen Homeschooling?
Digitalisiert und virtuell ist nur die halbe Miete. Beim zukünftigen Lernen, was uns ja sicherlich ein Leben lang begleiten wird – schon allein mit Blick auf Demographie und technischen Fortschritt – geht es vor allem um selbst gesteuertes Lernen. Sich bei der Personalentwicklung nur auf lange Tage im Seminarraum zu verlassen, ist nicht mehr zeitgemäß. In unserer schnelllebigen Zeit wissen wir ja selbst am besten, wo wir Lücken haben und was wir im jeweiligen Moment brauchen, um sie zu schließen.

Das heißt, das Lernen der Zukunft können wir uns als Self Service vorstellen?
Das Lernformat muss natürlich immer zum Inhalt passen. Für manche Themen und Schwerpunkte braucht es aus meiner Sicht nach wie vor den persönlichen Austausch und eine feste Zeit, die dafür von allen Beteiligten reserviert wird.
Insgesamt ist mehr Selbstbestimmung und Flexibilität im Lernen aber ein wichtiger Trend und passt auch gut zu unseren Unternehmenswerten Ownership und Simplification.
Ein Arbeitgeber sollte hier solche Angebote schaffen, aus denen Mitarbeiter flexibel und entsprechend ihres individuellen Bedarfs auswählen können, was sie dann auch unkompliziert in ihren Arbeitsalltag integrieren können. Ein gutes Beispiel sind solche Austausch-Plattformen wie der HR Campus, die Angebote des Agilen Base Camps der Generali, oder auch unser Generali Wiki – eine echte Fundgrube! Ich möchte nicht zu viel verraten, aber wir arbeiten gerade sehr intensiv daran, das virtuelle Angebot für alle Generali Mitarbeiter noch ein großes Stück weiter auszubauen. Ich finde es toll, wenn ich mir als Mitarbeiterin aus einem qualitativ hochwertigen Angebot das Richtige für mich auswählen und meine Lerndosis selber einteilen kann. Dann bin ich viel motivierter und nehme unterm Strich viel mehr mit.

Text und Bild: Susanne Gehrke