Mit Diversität zu innovativen Ideen – Laura Kalasch und Tiziano Pestrin im Interview

„Wir müssen so divers sein wie unsere Kunden“, sagte Generali Deutschland-Chef Giovanni Liverani im Rahmen des letzten Diversity & Inclusion Tages der Generali.Mit welchen Mitarbeiterinitiativen die Generali sich für mehr Diversität und Inklusion einsetzt und wie diverse Teams zu dem Geschäftserfolg des Konzerns beitragen, berichten Laura Kalasch, Mitglied des Generali Frauennetzwerks Leonessa und Tiziano Pestrin, Mitarbeitervertreter im D&I Council der Generali in Deutschland und Mitgründer der internationalen „We Proud“-Community.

Laura und Tiziano, warum engagiert Ihr Euch für Diversity & Inclusion?

Laura: Ich möchte vor allem im Bereich Gender noch mehr Bewusstsein für das Thema Diversity schaffen. Ich wünsche mir sehr, dass Diversität etwas Selbstverständliches wird und deshalb irgendwann gar nicht mehr explizit thematisiert werden muss.
Tiziano: Ich war schon immer von Unterschieden fasziniert und sehe Diversity & Inclusion als große Chance für die Generali, eine aktive Rolle im kulturellen Wandel einzunehmen – als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des Konzerns und auch als Mitglied der Gesellschaft. Das bestärkt mich darin, mich für Diversity & Inclusion einzusetzen.

Die Generali ist Unterzeichner der Charta der Vielfalt und setzt sich mit der umfassenden D&I Offensive gegen Vorurteile und damit für mehr Toleranz und Aufgeschlossenheit auf allen Ebenen ein. Wie engagiert Ihr persönlich Euch für mehr Offenheit und Unterstützung in der Generali?

Tiziano: Als Mitglied im D&I Council der Generali in Deutschland mache ich mich für alle Facetten von Vielfalt stark. Im Bereich Gender haben wir so beispielsweise Ende vergangenen Jahres das internationale LGBTQI*-Mitarbeiternetzwerk „We Proud“ gegründet. Wir teilen unsere persönlichen Geschichten und Best Practices miteinander und wollen damit gleichzeitig noch mehr Awareness für das Thema innerhalb der Generali Gruppe schaffen. Und auch in Deutschland hat sich seither viel getan: Zusammen mit 35 Kolleginnen und Kollegen bilden wir inzwischen die lokale Version des Netzwerks und setzen uns dafür ein, eine sichere Atmosphäre aufzubauen, in der wir den offenen Austausch pflegen und uns gegenseitig unterstützen können.
Laura: Das Frauennetzwerk Leonessa bei der Generali macht auf das Thema „Frauen und Karriere“ aufmerksam. Durch den regelmäßigen Austausch lernen die Mitglieder voneinander und machen gleichzeitig anderen Frauen Mut, sich aktiv für einen Karriereweg zu entscheiden. Frauen entscheiden sich oft nicht wegen fehlender beruflicher Möglichkeiten gegen eine Karriere, sondern aufgrund des immer noch veralteten Rollenbildes der Frau in unserer Gesellschaft. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist längst nicht nur Frauensache, auch Männer betrifft die Thematik.

Inwiefern tragen diverse Teams zum Geschäftserfolg bei der Generali bei?

Tiziano: Jede und jeder von uns ist einzigartig und bringt andere Fähigkeiten und Fertigkeiten mit. Auf diese Einzigartigkeit sollten wir stolz sein. Sie ist unsere Ressource. Sie macht uns besonders. Durch Inklusion – die durch die anderen Mitmenschen erfolgt – können wir unsere Einzigartigkeit teilen und innovativer sein. Vielfalt ist ein Potenzial, das wir alle in die Arbeit mitbringen und das schlussendlich zum Erfolg beiträgt.
Laura: Das lässt sich gut anhand eines Beispiels verdeutlichen: Nehmen wir an, es arbeiten auf der einen Seite drei BWLer zusammen an einem Projekt und auf der anderen Seite ein/e MathematikerIn, ein/e IngenieurIn und ein/e KunsthistorikerIn. Bei gleichen Perspektiven entsteht erwartungsgemäß kein Widerstand und somit auch kein Raum für Innovation. Fließen allerdings unterschiedliche Backgrounds, Denkweisen und Erfahrungen ein, ergeben sich kreative Ideen und innovative Lösungen deutlich leichter. Dieses Beispiel trifft auf alle Facetten von Diversity zu.

Laura, aus Deiner Erfahrung als Leonessa-Mitglied heraus, welchen persönlichen Tipp hast Du für Frauen, die die Karriereleiter weiter hoch klettern möchten?

In erster Linie halte ich ein hohes Maß an Eigeninitiative sowie ein gutes Networking für enorm wichtig. Frauen sollten sich bewusst machen, welchen Weg sie einschlagen wollen und diesen ambitioniert verfolgen. Der Austausch mit Gleichgesinnten, in Gruppen wie Leonessa, kann in dem Zusammenhang wichtige bzw. die richtigen Impulse geben. Darüber hinaus finde ich es enorm hilfreich, sich von dem Vorurteil frei zu machen, dass Frauen die hart arbeiten und erfolgreich sind, nicht zugleich auch ein erfülltes Familienleben haben können.

Tiziano, gibt es im Generali-Arbeitsalltag Situationen, in denen sensibler mit Generali LGBTQI-Kolleginnen und -Kollegen umgegangen werden sollte?

Ich bin davon überzeugt, dass es grundsätzlich immer eine Bereicherung ist, die Vielfalt der Menschen, mit denen wir Kontakt haben, zu respektieren und wertzuschätzen. Wenn wir uns dabei in die Perspektive unseres Gegenübers hineinversetzen, verstehen wir bestimmte Situationen und Schwierigkeiten meist viel besser.
Darüber hinaus sind es oft die kleinen Dinge und Aufmerksamkeiten, die helfen Barrieren zu durchbrechen. Eine nette E-Mail oder ein Videoanruf, wenn man merkt, dass es einer Kollegin oder einem Kollegen nicht gut geht oder die Einladung auf einen digitalen Kaffee, wenn man eine Person besser kennen lernen möchte.