Hiergeblieben! Drei Jahre als Impat in Deutschland…

Luca Paladin arbeitet eigentlich im Head Office in Italien. Seit September 2014 ist er aber für drei Jahre als Impat im Controlling bei der Generali Deutschland AG in Köln tätig. Luca hat bereits während der Studienzeit für mehr als ein Jahr in Deutschland und Österreich gelebt, so dass wir das Interview problemlos auf Deutsch führen konnten.

Luca PaladinWie kam es zu der Entscheidung, für drei Jahre in Deutschland zu arbeiten?

Nachdem ich schon im Ausland studiert habe, war es mein großer Wunsch auch Arbeitserfahrung im Ausland zu sammeln. Deutschland stand ganz oben auf meiner Wunschliste, da ich in meinem Studium hier sehr positive Eindrücke erhalten habe. Zudem ist die Generali in Deutschland ist eine sehr gut organisierte bzw. strukturierte Business Unit, wodurch ich viel lernen kann.

Was sind deine Aufgaben in Italien und in Deutschland?

In beiden Ländern bin ich im Bereich Kostencontrolling tätig. Hier kann ich vieles aus meinem Erfahrungsschatz aus Italien einbringen. Der Unterschied in der Arbeit liegt darin, dass ich im Head Office für das Kostencontrolling auf internationaler Ebene tätig war und bei der Generali Deutschland AG auf nationaler Ebene. Auf internationaler Ebene betrachten wir Themen oft aus einer generalistischen und eher finanzanalytischen Perspektive. In Deutschland ist man hingegen näher am Geschäft und damit spezifischer. Dadurch sehe ich aber auch, dass sich auf Länderebene nicht alles so einfach umsetzen lässt, wie im Head Office vorher gedacht.

Was hast du erwartet, als du nach Deutschland gekommen bist?

Ich kam nach Deutschland nach einer intensiven Change Management Phase der Assicurazioni Generali. In Deutschland kam ich zwar in einen erfolgreichen und etablierten Konzern, aber auch hier wurde ein paar Monate nach meiner Ankunft eine strategische Neuausrichtung verkündet. Bei deren Umsetzung wird meine Erwartung bestätigt, dass Change Management Fähigkeiten eine fundamentale Rolle spielen, um zügig Fortschritte zu erzielen. Für meine Tätigkeit im Controlling bedeutet dies unter anderem, schnell und kreativ Lösungswege zu implementieren.

Natürlich habe ich vor meiner Entsendung auch mit gewissen Stereotypen gerechnet, wie zum Beispiel, dass in Deutschland hoher Wert auf Pünktlichkeit gelegt wird. Ich habe mich allerdings schnell an die Pünktlichkeit gewöhnt und nehme diese als sehr positiv wahr.

Was ist dein Mehrwert aus der Entsendung?

Ich profitiere sehr davon, die Steuerungs-Perspektive einer Business Unit kennen zu lernen. Im Head Office in Italien steuert man als internationale Holding das Geschäft. In Deutschland hat man hingegen zwei Pole inne. Die Generali Deutschland AG muss sowohl auf nationaler Ebene steuern, sie wird aber gleichzeitig auf internationaler Ebene gesteuert. Das Erleben der beiden Perspektive finde ich sehr spannend.

Luca PaladinWelche Tipps hast du für Kollegen, die eine Auslandsentsendung planen?

Es kommt immer darauf an, mit welchem Ziel man ins Ausland geht. Ich persönlich würde sagen, dass man nur einen Mehrwert aus einer Entsendung erzielt, wenn schon im Voraus ein klares Ziel für die Entsendung vorgegeben ist und man eine konkrete Aufgabe in der ausländischen Einheit übernimmt. Zudem würde ich immer einen Aufenthalt von mindestens zwei Jahren empfehlen, da man sich erst nach einem Jahr komplett am Standort und im Unternehmen eingelebt hat.


Was schätzt du an Deutschland und was vermisst du in Italien?

An der Arbeit in der GD AG schätze ich sehr, dass die Zusammenarbeit innerhalb der Teams, Abteilungen und auch abteilungsübergreifend sehr gut funktioniert. An Italien vermisse ich besonders das gute Wetter und richtige italienische Pizza. Manchmal muss man eben erst im Ausland gelebt haben, um zu bemerken, was man an der eigenen Heimat hat 🙂

Mille grazie, Luca, für das nette Gespräch.