Mit Leidenschaft am Ball: Führungskraft und Schiedsrichter-Assistent Frederick Assmuth

Frederick Assmuth Schiedsrichter

Frederick Assmuth (rechts), Leiter der Internen Kommunikation der Generali Investements Europe und Schiedsrichter-Assistent in der 1. Bundesliga; Foto: privat

Die Weltmeisterschaft ist vorbei und der Weltmeistertitel bleibt für die kommenden vier Jahre in Deutschland. Aufregend war’s, manchmal nervenaufreibend, aber meistens einfach nur großer Sport mit spannenden und teilweise unglaublichen Spielen. Natürlich haben wir uns nicht nur gefreut, sondern manchmal auch zu Recht und oft zu Unrecht über die Leistung der Schiedsrichter echauffiert. Das gehört halt zum Fußball dazu. Einer unserer Mitarbeiter der dieses Thema nur allzu gut kennt, ist Frederick Assmuth. Nur ist er nicht als Fan bei Fußballspielen, sondern begleitet Spiele der 1. und 2. Fußball-Bundesliga als Schiedsrichter-Assistent. Ich habe mit ihm darüber gesprochen, wie es ist von 50.000 Fußballfans ausgepfiffen zu werden und wie es ihm gelingt, Fußball und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

 

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Frederick Assmuth, Leiter der Internen Kommunikation der Generali Investments Europe

Frederick, was machst Du beruflich bei Generali Investments Europe?

Seit August 2013 leite ich die Interne Kommunikation bei Generali Investments Europe. Wir gestalten in unserer Abteilung die Kommunikation an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Standorte von Generali Investments in Europa.

Deine zweite Passion gilt ja sozusagen dem Fußball, was machst Du dort genau?

Seit 2005 bin ich im Profibereich Schiedsrichter-Assistent, zunächst in der 2. Fußball-Bundesliga und seit 2009 auch in der 1. Bundesliga.

Wieso bist Du Schiedsrichter geworden?

Eigentlich ist meine Mutter Schuld. Als ich 14 Jahre alt war, war sie es leid, ständig meine dreckigen Fußballsachen zu waschen. Also hat sie mich zu einem Schiedsrichterlehrgang überredet. Mir hat das von Anfang an viel Spaß gemacht und ich bin dabei geblieben. Waschen musste meine Mutter allerdings nach wie vor, denn mit Fußballspielen habe ich erst viel später aufgehört – und zusätzlich lagen jetzt noch die Schiedsrichtertrikots im Waschkeller (lacht).

Und wie ging es als Schiedsrichter für Dich weiter?

Zunächst habe ich Spiele der Jugendmannschaften gepfiffen. Mit 17 durfte ich dann Herrenspiele der Kreisliga leiten und wurde kurz darauf als Schiedsrichter in die Bezirksliga berufen. Man wird für seine Spielleitungen von Schiedsrichterbeobachtern benotet und arbeitet sich so dann Spielklasse für Spielklasse nach oben. Nach einigen Jahren Schiedsrichter-Tätigkeit in der damaligen Oberliga und der Junioren-Bundesliga wurde ich schließlich als Schiedsrichter-Assistent in die 2. Bundesliga berufen und habe mich seitdem auf die Assistententätigkeit konzentriert.

Wie schaffst Du es, Deine Schiedsrichtertätigkeit mit Deinem Beruf zu vereinbaren?

Ich habe das Glück, meine Arbeitszeit flexibel gestalten zu können- einige meiner Aufgaben für die Generali Investments Europe kann ich auch unterwegs oder im Hotel erledigen. So ist es dann meistens kein Problem, wenn ich wegen eines Spiels mal etwas eher das Büro verlassen muss. Letztlich investiere ich neben den Wochenenden aber einen Großteil meiner Urlaubstage in meine Schiedsrichtertätigkeit.

Was war Dein bislang aufregendstes Spiel als Schiedsrichter?

Ich kann nicht unbedingt ein Spiel hervorheben. Jedes Bundesliga-Spiel und jedes Stadion ist für sich etwas Besonderes. Vor zehntausenden von Zuschauern in ein Stadion einzulaufen, ist immer wieder ein unglaubliches Gefühl.

Auf welche Schlüsselqualifikationen kommt es als Schiedsrichter an?

Menschenkenntnis und Empathie sind essenzielle Eigenschaften. Schließlich muss man auf dem Platz mit 22 unterschiedlichen Charakteren umgehen können. Dazu kommen Durchsetzungsvermögen, Selbstvertrauen – und am Ende auch immer ein Quäntchen Glück.

Und wie gehst Du damit um, wenn plötzlich ein ganzes Stadion gegen Dich pfeift?

Ganz ehrlich? Das bekomme ich auf dem Platz gar nicht richtig mit. Da finde ich es viel schlimmer, wenn in der Kreisliga fünf Zuschauer praktisch vor einem stehen und ständig die Entscheidungen kommentieren.

Gibt es Parallelen zwischen Deiner Tätigkeit als Schiedsrichter und Deinem Job bei uns?

Auf jeden Fall. Als Schiedsrichter lernst Du früh mit Druck umzugehen. Außerdem muss man schnell Entscheidungen treffen und diese auch vertreten. Das sind Dinge, die mir auch bei meinem Job helfen. Und wenn man mal erlebt hat wie es ist, vor 50.000 Zuschauern und 14 Fernsehkameras eine strittige Entscheidung zu treffen, dann kann einen so schnell nichts mehr aus der Ruhe bringen (lacht).

Zum Schluss, welchem Fußballclub drückst Du privat die Daumen?

Wenn es die Zeit zulässt, feuere ich mit meinem kleinen Sohn meinen Heimatverein, den SV Refrath/Frankenforst an.

 

STECKBRIEF

Name: Frederick Assmuth

Alter: 36

In der Generali Deutschland Gruppe seit: 2005

Aktuelles Konzernunternehmen und Funktion: Leiter Interne Kommunikation Europa, Generali Investments Europe S.p.A. SGR

Studium/Ausbildung/Abschluss: Diplom-Kaufmann (BWL an der Universität zu Köln)

In meiner Freizeit… …verbringe ich so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie.

Mein letztes Buch… „Koma“ von Jo Nesbø