In der Doppelrolle: Als Führungskraft in Teilzeit

Svea Brunotte hat zwei Söhne im Alter von 7 und 14. Und sie hat 13 Mitarbeiter. Als Gruppenleitern bei der Generali Deutschland Informatik Services managt sie Prozesse, als Mutter die Familie.

Da musste ich unbedingt mal nachfragen, wie das eigentlich im Alltag funktioniert.

 

Svea Brunotte, Gruppenleiterin, bringt Führung und Familie unter einen Hut

Svea Brunotte, Gruppenleiterin bei der Generali Deutschland Informatik Services, bringt Führung und Familie unter einen Hut

Frau Brunotte, wie muss ich mir Ihren Arbeitstag vorstellen: Hat dieser doppelt so viel Stunden für doppelt so viel Arbeit oder wie bringen Sie Job und Familie unter einen Hut?

Das wäre schön (lacht). Von dem Anspruch es allen recht machen zu wollen, muss man sich verabschieden. Man kann nicht 100 Prozent für die Kollegen und 100 Prozent für die Familie da sein. Organisation ist alles! Um 6 Uhr morgens beginnt mein Tag als Mutter. Von 9 bis16 Uhr bin ich als Prozessmanagerin und Gruppenleiterin im Einsatz- und danach wieder als Familienmanagerin.

Das stelle ich mir als großen Balanceakt vor. Wie gelingt Ihnen dieser?

Den eigenen Perfektionismus auf ein realistisches Maß runterzuschrauben ist ganz wichtig. Dafür muss man seinen Job und Arbeitsalltag gut strukturieren und auch delegieren können. Zum Glück habe ich ein sehr eigenständiges Team, das mich optimal unterstützt und einen Chef, der mir vertraut und Freiräume ermöglicht.

Klingt erstmal wie aus dem Bilderbuch – aber Hand auf´s Herz: Gibt es denn auch mal Phasen, in denen es nicht so rund läuft?

Natürlich gibt es immer Höhen und Tiefen! Tage, an denen ich nach der Arbeit zur Kita hetze und abends Mails beantworte. Dass ich es nicht immer schaffe, bei meinem Sohn die Vokabeln abzufragen- das muss ich aushalten. Die Realität ist anstrengend- aber gewollt, und vor allem erfüllend. Nur Job oder Familie wäre mir zu wenig, erst beides schenkt mir Sinn.

Für Sie ist es also kein Widerspruch, eine Führungsposition und Familie unter einen Hut zu bekommen?

Nein, im Gegenteil! Das scheinen aber viele Unternehmen anders zu sehen, es gibt wenig Angebote für Führungskräfte in Teilzeit. Bevor ich bei der Generali Deutschland Informatik Services angefangen habe, war ich notgedrungen viele Jahre selbstständig. Das verstehe ich nicht. Die Frauen in Führungspositionen, die ich kennengelernt habe, sind sehr klar strukturiert und wenig konfliktscheu- deshalb wünsche ich mir mehr von Ihnen!

Vielen Dank für das Gespräch!