Elternzeit = Teilzeit = Teamzeit

Wie funktioniert das eigentlich ganz konkret, arbeiten und Kinder unter einen Hut zu bringen? Mit ziemlich viel Organisationstalent! So wie bei Julia Schiefer, Referentin im Bereich Marktanalysen/Neue Medien/CRM der Generali Versicherungen.

Um sechs Uhr klingelt der Wecker. Während Julia Schiefer zwei Stunden später mit der Arbeit als Referentin im Bereich Marktanalysen/Neue Medien/CRM beginnt, bringt ihr Mann die Zwillinge Emil und Karl in die Krippe, wo sie die beiden um 16 Uhr wieder abholt. Dann folgt das Familienprogramm mit Spielplatzbesuch, Abendessen, Sandmännchen schauen und Gutenachtgeschichte vorlesen.

Gute Planung ist das A und O in Julia Schiefers Alltag – und die Voraussetzung dafür, dass ihr der Spagat zwischen Familie und ihrem Beruf gelingt. Seit Januar 2013 arbeitet sie 30 Stunden in der Woche in dem Modell »Teilzeit in Elternzeit«. Dass sie gleich nach der Babypause wieder mit 80 Prozent in den Job einsteigenwürde, war für sie keine Frage: »Ich habe mir zugetraut, gleich wieder sechs Stunden am Tag zu arbeiten «, sagt Julia Schiefer. Trotzdem musste sie sich an die neue Situation erst einmal gewöhnen und ihren Tagesablauf neu organisieren. Beide Söhne besuchen eine Krippe und die Aufgaben in der Familie und im Haushalt teilt sie sich mit ihrem Mann. Mit dem eigenen Anspruch, die Aufgaben einer Vollzeitstelle erledigen zu wollen, musste sie sich auch im Job umstellen – und ihren Arbeitsrhythmus verändern.

Sich mal eine halbe Stunde länger für ihre täglichen To-do’s Zeit nehmen, das geht nicht mehr. Die Kinder müssen pünktlich aus der Krippe abgeholt werden. »Ich habe mittlerweile gelernt, dass ich mit weniger Zeit nicht alles genauso erledigen kann wie früher. Zu Anfang hat mich oft das schlechte Gewissen gegenüber meinen Kollegen geplagt, wenn sie Aufgaben von mir übernehmen mussten«, sagt die Zwillingsmama.

Julia Schiefer mit Ihrem Chef Bernd Ringel

Julia Schiefer mit ihrem Chef Bernd Ringel

Für Abteilungsleiter Bernd Ringel ist das kein Nachteil, im Gegenteil. » Meine Erfahrung mit Müttern als Teilzeitkräften: Sie arbeiten sehr strukturiert, effektiv und organisiert«. Für ihn ist die Teamarbeit eine wichtige Voraussetzung, damit Arbeiten in Teilzeit funktioniert: So werden Termine, bei denen Julia Schiefer anwesend sein muss, beispielsweise auf den Vormittag verlegt. Wenn sie am Nachmittag ihren Job als Mama erledigt, springt ihre Kollegin in Notfällen ein. Über wichtige Dinge, die in dieser Zeit passieren, wird sie von ihren Kollegen durch regelmäßige Updates auf dem Laufenden gehalten.

„Es ist eine große Herausforderung, Job und Familie unter einen Hut zu bringen“, sagt Julia Schiefer, „aber es macht auch Spaß. Vor allem, wenn man bei dieser Aufgabe von den Führungskräften und dem Team unterstützt wird.«