Coaching für den Nachwuchs – Über die Rolle der Mentoren im Konzern-Traineeprogramm

Bei dem Begriff „Coach“ denkt man ja eigentlich eher an amerikanische Sportarten. Auch „Sparringspartner“ verbinde ich mehr mit Boxsport als mit unserem Konzern-Traineeprogramm. Trotzdem treffen beide Begriffe auf die Mentoren in unserem Traineeprogramm zu. Sie begleiten die Trainees während ihrer gesamten Ausbildung und sind ihr erster Ansprechpartner für ihre Entwicklung in dieser Zeit. Ich selber habe nach meinem Studium ebenfalls ein Traineeprogramm absolviert (wenn auch bei einem anderen Unternehmen) und weiß daher aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Rolle des Mentors ist.
Darüber habe ich mit Klaus Beißel gesprochen. Er ist Gruppenleiter Grundsatzfragen & Strategisches HR-Management, stellvertretender Personalleiter in der Generali Deutschland Holding und ehemaliger Mentor eines unserer HR-Trainees. Und zufälligerweise auch mein Chef 😉

 

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Klaus Beißel

Herr Beißel, was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Aufgaben eines Mentors?

Als Mentor begleite ich den Mentee in seiner Traineezeit und übernehme die Verantwortung für dessen weitere Entwicklung. Mit meinem Mentee habe ich zum Bespiel zu Beginn gemeinsam überlegt, welche Traineestationen sich für ihn eignen könnten. Als Sparringspartner stand ich ihm regelmäßig für Feedback und Fragen zur Verfügung.

In welchen konkreten Situationen haben Sie ihren Schützling beraten?

Im Traineeprogramm sind Kolleginnen und Kollegen, die in der Regel gerade frisch aus der Ausbildung kommen und ihre berufliche Laufbahn beginnen. Häufig verfolgen sie in Ihrer Arbeit noch einen eher akademischen Ansatz. Wichtig war mir, meinen Mentee dabei zu unterstützen, umsetzbare Lösungen für die betriebliche Praxis zu entwerfen. Außerdem habe ich mich mit den verantwortlichen Führungskräften der einzelnen Traineestationen vernetzt. Gemeinsam haben wir überlegt, welche Erfahrungen der Trainee in den jeweiligen Stationen machen soll und was Ziel seiner Entwicklung ist. So konnte ich im Rahmen der Gespräche mit meinem Mentee gut auf die konkreten Situationen eingehen.

Was macht einen guten Mentor aus Ihrer Sicht aus?

Ein guter Mentor sollte seine Funktion ernst nehmen. Ernst nehmen bedeutet Kümmern, d.h. man darf nicht den Kontakt zu seinem Mentee verlieren. Schließlich übernimmt man eine Verantwortung auf einem Teilstück des Berufslebenswegs eines Kollegen. Deshalb ist es wichtig, für einen regelmäßigen Austausch zu sorgen. Ich habe z.B. mit meinem Mentee auch während seiner Stationen in anderen Konzernunternehmen und im Ausland, regelmäßig telefoniert, um immer auf dem Laufenden zu sein. Oft reicht es, einfach nur zuzuhören, um herauszufinden wie man unterstützen kann.

Was hat Ihnen in Ihrer Rolle besonders Spaß gemacht?

Es hat mir besonders viel Spaß gemacht zu sehen, wie sich ein junger Kollege weiter entwickelt, mit welcher Begeisterung er die Stationen durchläuft und was er an Feedback zurückgibt. Im Traineeprogramm wird man immer neu gefordert und ist ständig in neuen Situationen. Der Trainee muss lernen, damit umzugehen. Für mich war es eine schöne Bestätigung, meinen Mentee beim Meistern dieser Hürden zu unterstützen.

Vielen Dank für das Interview!

 

Klaus Beißel_3STECKBRIEF

Name: Klaus Beißel
Alter: 52
In der Generali Deutschland Gruppe seit: 1991
Aktuelles Konzernunternehmen und Funktion: Generali Deutschland Holding AG, Gruppenleiter Grundsatzfragen & Strategisches HR-Management, stellv. Personalleiter
Studium/Ausbildung/Abschluss: Studium der Rechtswissenschaften, Volljurist
Ein Mensch, den ich bewundere: Ich habe eine hohe Achtung vor Menschen, die sich neben ihrem intensiven Alltag zusätzlich für andere Menschen einsetzen und engagieren.
In meiner Freizeit… bin ich Familienmensch, interessiere ich mich für Musik, Kultur und Reisen
Mein letztes Buch… „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Rachel Joyce.