Vielfalt zum Quadrat – Drei Fragen an Vorstand Claudia Andersch zur Aktuarskarriere

Das Vorurteil, dass Personaler es nicht so mit Zahlen hätten kann ich für meinen Teil nicht bestätigen. Ganz sicher weiß ich aber, dass zumindest ich die komplexen Zahlenwelten, mit denen sich unsere Aktuare in der Generali Deutschland Gruppe beschäftigen, in diesem Leben nicht mehr durchdringen werde. Ähnlich wie bei Ingenieuren wird auch dieser Berufszweig häufig als vermeintliche Männerdomäne betrachtet. Dass es auch anders sein kann, sieht man an Claudia Andersch, von Haus aus Mathematikerin und Aktuarin und seit einigen Jahren Vorstandsmitglied bei CosmosDirekt sowie Mitglied im Vorstand der Deutschen Aktuarsvereinigung. Ich sprach mit ihr über das Berufsbild Aktuar, und was sie Nachwuchstalenten mit auf den Weg gibt.

 

Claudia Andersch, Vorstandsmitglied bei der CosmosDirekt

Claudia Andersch, Vorstandsmitglied bei der CosmosDirekt

Frau Andersch, viele junge Menschen können sich unter dem Berufsbild Aktuar wenig vorstellen. Welche Chancen bietet aus Ihrer Sicht der Aktuarsberuf?

Das Beschäftigungsfeld für Mathematiker und insbesondere für Aktuare ist sehr breit und bietet viele verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten– angefangen von der Informatik über die Unternehmensberatung bis hin zu bilanziellen und aufsichtsrechtlichen Themen. Ich hatte das Glück, dass ich meine Vorlieben auch im beruflichen Umfeld weiterentwickeln und in meinen Positionen sowohl die analytische als auch die kommunikativ-beratende Seite des Berufs vereinen konnte. Es ist 20 Jahre her, dass Aktuare reine Kalkulierer waren, heute sind sie die Schnittstelle zwischen Produktentwicklung, Vertrieb und Kunden und müssen kreative Versicherungslösungen entwickeln. Deshalb muss ein Aktuar immer auch ein Gespür für Menschen haben. Hinzu kommt die inhaltliche Vielfalt, die der Aktuarsberuf mit sich bringt: seien es Themen wie Altersvorsorge, rechtliche Fragestellungen oder betriebswirtschaftliche− es gibt sehr viele Möglichkeiten, sich einzubringen.

Sie blicken auf eine über zwanzigjährige Karriere in der Versicherungsbranche zurück. War es schon immer Ihr Ziel, im Versicherungsbereich zu arbeiten?

Auch wenn zu Beginn des Studiums der Wunsch nach einem Beruf in der Versicherungswirtschaft nicht ausgeprägt war, so wusste ich doch, dass ich mit dem Mathematikstudium viele Optionen habe, denn analytische Menschen werden in vielen Bereichen gebraucht. Der Spaß und die Freude, die ich heute an meinem Beruf habe, bestätigen mich immer wieder darin, dass ich damals die richtige Entscheidung getroffen habe.

Erst gegen Ende meines Studiums zeichnete sich ab, dass ich in einem Beruf arbeiten wollte, in dem ich sowohl meine mathematischen Kenntnisse einbringen als auch mit Menschen zusammenarbeiten kann.

Welche Ratschläge geben Sie weiblichen und männlichen Nachwuchstalenten?

Ich rate allen Frauen und Männern, die sich in Führungspositionen entwickeln wollen, sich möglichst viele Führungsmodelle anzuschauen und sich Mentoren zu suchen. Es hilft enorm, eine Person an der Seite zu haben, die einem bewusst den Spiegel vorhält und einem zeigt, wo Stärken und wo Verbesserungspotenziale liegen. Darüber hinaus ist es in meinen Augen wichtig, beweglich zu bleiben und auch neue Herausforderungen anzunehmen. Ich habe im Laufe meiner Karriere einige Male die Position und das Unternehmen gewechselt und diese Wechsel waren immer eine Bereicherung für mich. Einerseits entwickelt man sich fachlich, andererseits lernt man verschiedene Führungsstile kennen.

 

STECKBRIEF

Name: Claudia Andersch
Alter: 46
In der Generali Deutschland Gruppe seit:2011
Aktuelles Konzernunternehmen und Funktion:CosmosDirekt, Ressortvorstand Versicherungstechnik, verantwortliche Aktuarin
Studium/Ausbildung/Abschluss: Studium der Mathematik mit Nebenfach Informatik an der Universität Hannover, Abschluss Diplom-Mathematikerin
In meiner Freizeit…lese ich z.B. gerne Krimis oder gehe so oft wie möglich in die Natur

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